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Zeugen der Besiedlung

von | 13. August 2021 | History Blog | 0 Kommentare

Die Besiedelung unseres Bühlautales vollzog sich analog zu den umliegenden Dörfern. Unsere kleine Aue, die eingebettet war in Wald und durchflossen von einem Bach, Bela genannt, hatte alle Voraussetzungen zum Besiedeln. Und wenn man heute in dieser Erde gräbt, kann man Zeugen dieser Besiedelung entdecken. Alles Holz ist verrottet, nur Keramik hatte Bestand. Die Siedler brachten ihre Gebrauchsgegenstände aus der alten Heimat mit: Töpfe, Kannen, Grapen Becher und vieles mehr. Dinge, die auch auf der Reise nach Osten für den täglichen Gebrauch notwendig waren. Sieht der Finder einer solchen Scherbe unwissend über ihn hinweg, so kann er doch einiges entdecken. Ein längliches rötlich-braunes Keramikrohr mit Wulst an der einen und Bruch an der anderen Seite. Oder einem Knauf ähnliches, abgeflachtes Gebilde mit Farbresten. Aber was stellt es dar? In welche Zeit entführt uns der Fund? Geht man zurück in die alte Heimat der Siedler, so bekommt man einen Einblick in ihre Wohnkultur. Der Knauf gehört zu einem Deckel, der auf viele Töpfe passte. Und er war farbig, weil die Kultur eine Verzierung wollte oder die Sippe, also den Hausstand, charakterisierte. Unten in der Abbildung ist der Knauf eingebettet in seine Funktion: Die Handhabung des Deckels beim Kochen! Der abgebrochene Handgriff von einem Grapen (oder Grapentopf) war montiert an einem dreibeinigen flachen Gefäß. In diesen Handgriff schob man einen Stock und führte den Grapen über das offene Feuer. Auf drei Beinen setzte man ihn in die Glut oder auf Steine.

Das Material war gemagerter Ton, also mit Zuschlägen wie Sand oder Steinkörnern versetzter Ton. Gebrannt wurde auf dem Hof in einem Lehmofen mit Holzkohle. Die Temperaturen erreichten über 1000grd Celsius. Die Ausführungen der Gefäße waren meist ohne Verzierungen. Zu sehen sind die Arbeitsspuren am Material. Die Farben der Scherben, die wir heute ausgraben, sind vorwiegend dunkelbraun, dunkelgrau, angeraucht – schwarz oder hellgrau. Die Farben ergeben sich aus der sogenannten Magerung des Tones, also aus der Zuschlagsmenge und der Brenntemperatur.

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