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Ein Patenbrief 1859

von | 3. Oktober 2021 | History Blog | 0 Kommentare

Patenbrief 1859Solch ein herrliches Geschenk bekamen die Kinder in unserem Dorf von ihren Paten bei der Taufe. Ein Pate bedeutete Zukunftssicherung. Er konnte helfen bei Lehre und Beruf. Seine Stellung half eventuell bei einer Karriere. Und nicht zuletzt war er zur Hilfe verpflichtet, wenn die Eltern verstarben. Solch ein Patenbrief ist uns von der Familie Grützner in Bühlau erhalten geblieben. Er ist ein beredtes Zeugnis des Dorfbrauchtums Mitte des 19. Jahrhunderts. Und er steht für überkommene Rituale.

Patenbrief 1859Nach der Taufhandlung steckte der Pate dem Täufling den Patenbrief in das Bettchen. Der Patenbrief enthielt Geld, es waren Münzen der unterschiedlichsten Art. Die

Anzahl der Münzen musste ungerade sein. Das sollte andeuten, dass es dem Kind nie an Geld fehlen möge. Manchmal legte man auch einen gefundenen Pfennig hinein, das brachte Glück. Dem Knaben gab man auch neunerlei Samen mit in den Brief. Ein heidnischer Brauch: Hinweis auf zukünftig viel Getreide bei der Ernte. Das Aufbrechen des Patenbriefes durch die Eltern musste mit einem Gebet über dem Kopf des Kindes geschehen, sonst könnte das Kind stumm bleiben.

Der handschriftliche Text unter dem Vers heißt: „hierbei gedenke oft an Deinen Taufzeugen Langenwolmsdorf. Carl Ernst Grützner, den 13. Februar 1859

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