Besuch im Bühlauer Museum und der Kirche
10. Juni 2026
Als ich an der Kirche ankam, war Paul Steglich schon vor Ort. Dort warteten wir auf die Gruppe Lehrerinnen aus Radeberg und Umgebung, denn sie wollten unsere Kirche und das Museum kennenlernen. Durch Zufall begegnete ich den Damen in einer Ausstellung und kam mit ihnen ins Gespräch. Jedes Jahr erkundeten die Damen gemeinsam Sehenswertes in der Dresdner Umgebung. Als ich ihnen von unserem Museum erzählte und einen Besuch in der Kirche anbot, entschieden sie sich sofort für einen Besuch. Heute war es soweit! Paul Steglich schloss die Kirchentür auf und ich erzählte etwas über das Haus, die Glocken, den Altar und das rätselhafte Altarbild von 1669. Das Altarbild fasziniert durch den Widerspruch zum Abendmahl des Leonardo da Vinci! Denn die Apostel sind auf unserem Bild: Kirchenväter, Gerichtsschöffen, der Lehrer und begüterte Bauern. Alle hatten den 30 jährigen Krieg erlebt und die Kirche mühsam und entbehrungsreich bis zum Jahr 1669 wieder erneuert. Pfarrer Nohr schaut uns rechts mit fragenden Augen. Ein Engel schmiegt sich an seinen linken Arm, er vertraut ihm. Das Bild ist zeitgenössische Geschichte. Es ist die Wahrheit! Dann traten wir über die ausgetretene Schwelle in die Sakristei ein. Um 1820 wird sie als muffig und eng beschrieben und in die Erde gebaut. Jetzt ist sie hell und freundlich. Kleine historische Schätze sind hier eingeschlossen! Der gekreuzigte Jesus ist auf einer Holztafel präsentiert. Er ist der Fund bei der Aufnahme der historischen Dielen des...
Ein familiäres Drama erschütterte 1847 die Familie des Erblehnrichters Johann Gottfried Huhle
21. Mai 2026
Die Familie des Erblehnrichters musste innerhalb von elf Tagen drei ihrer Kinder zu Grabe tragen! In den wenigen Aufzeichnungen über dieses Drama wird als Auslöser die sog. „Rote Ruhr“ genannt. Eine Variante der Ruhr mit blutigem Stuhlgang. Die Ursache ist nicht bekannt! Wahrscheinlich sind verunreinigte Gewässer oder Brunnen, die mit Oberflächenwasser gespeist werden. In Erinnerung daran, ließ die Familie ein klassizistisches Denkmal auf unserem Friedhof aufstellen, welches heute eine Zierde unseres Friedhofs ist. Epitaph für die Kinder des Johann Gottfried Huhle und seiner Frau Auguste Concordia, geborene Wustmann.
Striezelmarkt in Bühlau 1957
18. Dezember 2025
Wenn auch die Schrift uns ungewöhnlich erscheint, ist sie doch Abbild fleißiger Handarbeit. Hier wurde aufgeschrieben, wie Freude und gemeinsames Schaffen unseren Kindern eigen war. Die Aufzählung der Handarbeiten ist beeindruckend! Aus den zur Verfügung stehenden Holzresten, alten Streichholzschachteln und Wollresten entstand der Markt der fleißigen Handwerker! Und die Arbeiten wurden bewertet und alle konnten sehen, wie hoch ihre Arbeit eingeschätzt wurde. Und das sollte Ansporn sein! Endlich kamen Eltern, Verwandte und Neugierige, die Besucher und Käufer waren. Bei selbstgebackenen Keksen und Pfefferkuchen wurde den Gästen im Erbgericht ein kleines Weihnachtsprogramm geboten! Zur Freude und Anerkennung wurden 200 Mark eingenommen. Marion Haue
Bühlauer in der Allgemeinen Zeitung München 1851
18. Dezember 2025
Im Jahre 1847 bis 1851 wurden auch die Bühlauer von aufrührerischen Gedanken infiziert. Als Dresden im Mai 1847 von aufständischen liberalen Bürgern zum Schauplatz des Unmutes über die zögerlichen Reformen des Königs wurde, waren auch Einwohner von Bühlau dabei. Sie lagen hinter Barrikaden oder drohten bei Demonstrationen den Ministern des Königs. Und sie standen auch preußischen Musketieren gegenüber! Der Müller der Dammmühle schreibt dazu in einem Gesuch an das Amt Stolpen: „Schon im Jahre 1849 wurde von dem früheren Besitzer des Häuschens (ehem. Gaststätte Heinrich) heimlich und in unbefugter Weise Bier und Brandwein ausgeschenkt. Als in dem gedachten Jahre im Monat Mai die revolutionären Zuzüge von Bischofswerda und Umgegend nach Dresden hier durch passierten, habe ich ihnen mein Haus verschlossen, während selbige in diesem Häuschen Unterkommen und Verpflegung fanden.“ Durch dieses Amtsschreiben wissen wir, dass Bühlauer Handwerker und Gesellen sich diesem Zuge anschlossen. Und wir wissen auch, dass diese Menschen vor Gericht gestellt wurden, oder sie mussten fliehen, wie Richard Wagner und Gottfried Semper und der Böttcher Ernst Wilhelm Kluge aus Haus Nr. 35 (Hübner, 1977 abgerissen)! Sie flohen ins Ausland: Nach Bayern! Nach der Rehabilitierung konnten sie zurückkehren! Leider ist nicht aktenkundig, ob Frau Eleonore Mai ihren Mann hat wieder in die Arme schließen...
Der Schweizer Professor Andreas Marti und unsere Orgel
5. Oktober 2025
Es waren heiße Sommer 2018, 2019! Und es war auch trocken, zu trocken in unserer Kirche! Seit dieser Zeit bangt unsere kleine, schlichte Kirche um ihre Orgel! Und wir alle mit. 1906 hat die Gemeinde diese Eule-Orgel installieren lassen. Der Stolz der Gemeinde! Aber, eine Orgel muss man sich leisten können! Als im Jahre 2023 der Schweizer Cembalist Andreas Marti sein erstes Konzert in unserer Kirche gab, wollte er helfen. Er spielte zum Nutzen der Orgel und die Kollekte ging auch in den Topf der Erneuerung unserer Orgel. Dass Andreas Marti, Professor, Cembalist und Organist bei uns in der Kirche 2025 sein 2. Benefizkonzert gab, war für uns eine große Ehre! Und er wollte uns wieder helfen und wir waren sehr dankbar dafür. Und wir wissen auch: Jede Zuwendung für die wiederkehrende Spielfähigkeit unserer Orgel hilft. Professor Martis Lebensdaten weisen ihn als großen Kenner der Werke von Johann Sebastian Bach aus. Also spielte er Stücke von Johann Sebastian Bach und ging dann über zu Musik von William Byrd, John Bull und Dieterich Buxtehude. Mit diesen Komponisten der Renaissance und des Barock entlockte er dem Cembalo leichte gezupfte Töne, die durch das Kirchenschiff schwebten. Seine hohe Zeit hatte das Cembalo im 18. Jahrhundert. Danach wurde es vom Hammerklavier abgelöst. Man sprach beim Cembalo auch vom Klavizimbel. Die Zuhörer in den Kirchenbänken waren fasziniert von dem Klang, stellenweise ruhig, nachdenklich und dann wieder leicht erheitert. Es war eine sehr schöne...
1559 BÜHLAU im Amtserbbuch von Stolpen
30. Juni 2025
Im März ging ich in unser Bürgerhaus, um seit einer langen Zeit wieder eine Präsentation zur Geschichte unseres Dorfes vorzuführen! MeinThema war: Die Anfänge der Dokumentation über unser Dorf Bühlau! Als Matthias Oeder unser Dorf auf seine Karte um 1580 aufnahm, geschah das im Auftrag des Kurfürsten! Diesem Auftrag vorausging im Jahre 1559 die Niederschrift aller Dörfer seines neuen Besitzes in dem Amte Stolpen. In diesem Amte wurden alle Lehen (das vom Kurfürsten den Bauern erblich geliehene Land) mit Größe, Vor- und Familiennamen, Zinsen und Abgaben in das Amtserbbuch eingetragen. Hinzu kamen die Erbgärtner, die ein Stück geliehenes Land zur Bewirtschaftung hatten. Beigefügt wurde der Richter ohne Angabe des Lehen und dem Lehngericht. Die Bauern trugen Namen, die heute noch im Dorf aktuell sind: Berge, Fuchs, Winkler! Die Vornamen waren vorwiegend von Geistlichen entlehnt: Hans (Johannes), Jacof(Jacob), Merten (Martin), Laux(Laurentius), Valten (Valentin) Eine besondere Gruppe waren die Häusler. Es wurde betont, dass alle „Häuslein“ auf Bauernland standen. Ihre Rechte und Abgaben musste der Bauer vertreten. Es bleibt im Dunkeln, wieviel Land bei der Besiedelung jeder Siedler zugewiesen bekam. Die im Jahre 1559 aktuell bezeugten Lehen beginnen bei 2,5 Ruthen(5 ha) und enden mit 15 Ruthen(30 ha). 12 Ruthen entsprachen einer Hufe und sind heute 24 ha. ( Die Fränkische Hufe mit 23,9 ha) Drei 30 ha große Bauernhöfe sind heute die Anwesen Seifert und Müller und ein Rest „An...
Im Museum: Noch einmal zu Max Näther…
2. Dezember 2023
Die 900 Jahr Feier war Geschichte! Doch wirkten das Fest, die vielen Bilder, die Besuche im Museum, die Gespräche und viele Begegnungen noch nach. Familie Josch aus Großharthau war erstaunt über die Bilder des Malers Professor Max Näther, die Frau Kuban im Dorf eingesammelt und ausgestellt hatte. Aquarelle von Häusern im Dorf, zwischen 1913 und 1925 von Max Näther gemalt, fesselten die Besucher. Dieser Begegnung mit Familie Josch folgte der Besuch der Enkel und Verwandten des Malers in unserem Museum. Sie waren erfreut über die Würdigung ihres Großvaters, in einem solch kleinen Museum. Aus Anerkennung überreichten sie dem Museum einen selbst verfassten Erinnerungsband über Professor Max Näther. Der Einband mit dem Maler ist hier abgebildet. In diesem Buch gibt es eine kleine Anekdote über Bühlau. Näther erzählt seine Fahrt mit dem Hochrad um ca. 1890 durch unser Bühlau (leicht gekürzt): „Zum Stolpener Schießen“ hatten meine Lauterbacher Cousine und noch ein Mädchen sich neue Kleider in Harthau anfertigen lassen. Wie konnten nun die Kleider auf schnellste Art nach Lauterbach gebracht werden? Kurz entschlossen ließ ich die Kleider in einen großen, weißen Tragekorb packen. Infolge der damaligen Mode wurde der Korb reichlich voll; er bekam sogar einen hohen Aufbau, der mit einem weißen Tuch überdeckt wurde. Diesen Korb huckte ich auf, schwang mich auf mein Hochrad und im Eiltempo ging‘s nach Lauterbach. Auf meiner Fahrt nach Bühlau, das vom Verkehr etwas abseits gelegen ist und...
Hexenbrennen 30.4.2023
14. Mai 2023
Auch wenn die Sächsische Zeitung unser traditionelles Hexenbrennen mit seiner 25 jährigen Geschichte und der Hexe Walpurga nicht erwähnte, wurde auf unserem Hof fleißig für das Gelingen des Hexenbrennens zur Walpurgisnacht gearbeitet. Beim Aufsetzen auf den Hänger wurde die Hexe noch getauft mit dem Spruch: „Wir taufen dich Walpurga die 25. Und so steige im Rauch auf und nimm alles uns Bedrückende mit.“ Wie alle Jahre führte Jürgen Seifert die Hexe mit seinem historischen Gefährt vom Hof und durch den Ort zur Buswendeschleife, wo sich viele Einwohner versammelten, um das Spektakel zu erleben. Kulturverein, Jugendclub und Feuerwehr hatten den Zug durchs Dorf organisiert und eine Schlange Bühlauer hing am Hexengefährt. Der Traktor zog aber nicht sofort bis zum Sportplatz durch, sondern bog von der Hauptstraße vorher wieder zum Jugendclub ab. Dort warteten schon die starken Männer, um unter dem Beifall der Bühlauer den Maibaum aufzurichten. Nach diesem Kraftakt gab der Bulldog wieder den Ton an und tuckerte zielstrebig dem Sportplatz zu. Ich war beeindruckt, denn immer mehr Bühlauer hingen sich an die Schlange. Auf dem Sportplatz luden ein Zelt und zwei Imbissstände zum geselligen Beisammensein ein. Aber erst musste die Hexe auf den Scheiterhaufen, einem Ungetüm aus Strauch, Ästen und Nadeln. Zwei kräftige Feuerwehrmänner packten sie und schleppten sie an ihren Platz. Mit Puff und Paff wurde dann angezündet. Der Wind trug den Rauch in den Himmel, Die Hexe wurde vom Feuer...
Begegnung im Museum – Hillmanns Anzug
14. März 2023
Ich sitze im Museum und genieße meine Bratwurst, da kommt eine Dame um die Ecke. „ Kann ich ihnen eine Frage stellen?“ fragt sie. „Aber natürlich!“ sage ich und stehe auf. Sie stellt sich als Frau Albrecht vor und fragt: „Warum haben sie nichts über einen Schneider in Bühlau ausgestellt?“ Ich bin im Moment verblüfft, aber es stimmt. „Leider, haben wir kein einziges Exponat von einem Schneider, keinen Werbebügel oder sonstige Hinterlassenschaften. – Also, leider nichts für ein Museum!“ Frau Albrecht gibt sich etwas verlegen und erklärt, dass doch ein Schneider Hillman bis 1955 in Bühlau ansässig war und selbst Anzüge verfertigte. Dabei fällt auch der Name Teich. Also ließ ich nicht viel Zeit verstreichen und sprach bei Familie Teich vor. Bereitwillig zeigten sie mir Familienbilder und wir gingen die Bühlauer Ahnenreihe der Hillmann´s durch und alles begann so: Als die Tochter Johanna Caroline Standfuß im Dienst stand, lernte sie Johann Friedrich Gottlob Hillmann in Neudörfel bei Stolpen kennen. Am 6.November 1840, nach einem Heiratsversprechen, einigten sich die Witwe Anna Rosina Standfuß und ihre Tochter Johanna Caroline mit Johann Friedrich Gottlob Hillman über den Wandelkauf ihres Grundstückes No31 auf dem Grundstück des Johann Traugott Winkler. Der Verkauf an Hillmann hing vom Vorkaufsrecht des Gutsbesitzers Winkler ab, aber Winkler verzichtete. Damit wurde Hillman Eigentümer von Haus, Garten und Feld. Aber eine Bedingung musste Hillmann erfüllen: Witwe Standfuß und ihre...
….. und der lange Weg zu einem gemeinsamen Fest
29. Januar 2023
Als der Kulturverein die erste Zusammenkunft im Bürgerhaus organisierte, war es noch ein weiter Weg bis zum Jahr 2021! Erste Impulse sendeten wir im Jahr 2017 und luden eine kleine Runde von Dorfbewohnern zur Spinn- und Ideenrunde. Dort wurden erste Ansatzpunkte für eine Festgestaltung aufgeschrieben. Im März 2018 waren alle Einwohner zu einer offenen Gesprächsrunde eingeladen worden. Als die Basis für ein Fest 2021 kristallisierten sich dann einige Punkte heraus: Der Zeitpunkt für das Fest wurde nach Pfingsten gelegt, als Folge der Nennung Bühlaus im Jahr 1121 in der Chronik der Böhmischen Könige des Cosmas von Prag. Die Runde favorisierte auch den Ort der Feierlichkeiten. Ausgewählt wurde der Ortskern mit Kirche, Bürgerhaus (eh. Schule) und Turnhalle. Der Grundstock der Festlichkeiten basierte auf dem 2006 von der Jugend und dem Kulturverein organisierte „Tag der offenen Höfe“. Ein Festumzug, wie zur 850 Jahrfeier 1971 war organisatorisch problematisch. Geplant wurde eine Bürgerversammlung im März 2019. Dazu wurde auch der Bürgermeister geladen. Interessierte Dorfbewohner diskutierten über das vorgestellte Programm und gaben Hinweise. Das war der Beginn einer breiteren Ausstrahlung der kommenden Aktivitäten. Es wurde ein Festkomitee gebildet und das konzeptionelle Programm wurde festgeschrieben und die Aufgaben in Arbeitsgruppen vergeben. Die Sportgruppen, die Feuerwehr, der Jugendclub, der Kulturverein, das Museum, die Dorfbewohner, alle wurden einbezogen. Die Medien...
Zu Fuß durchs Dorf – Großer Ortsrundgang zur 900 Jahrfeier
22. Juni 2022
Der heißeste Tag des Jahres - und trotzdem trafen sich viele Bühlauer. Viel aus der Vergangenheit gibts zu erfahren, vieles hat sich in der Gegenwart verändert. Auf dem Dachboden fanden sich manche schönen Stücke, die liebevoll ausgestellt wurden. Das waren die Stationen Sägewerk Ein Idyll ist das ehemalige Sägewerk geworden. Klaus und Beatrix Friedrich leben hier und bieten Gebetsseelsorge auf der Grundlage der Lehre von John und Paula Sandford an, halten Seminare zu Themen der Heilung, Versöhnung und Wiederherstellung in christlichen Gemeinden: Strom des Lebens e.V. Gaby erzählte viel von früher, wie das Sägewerk zu DDR-Zeiten aussah. Es gab lange Wartezeiten und das Beschaffen der Sägeblätter war nicht einfach. Nach der Wende war das Haus in sehr schlechtem Zustand, aber schon 2006 beim Tag der offenen Höfe war alles schön renoviert. Hof Hessler Anett Hessler und ihr Mann Dr. med. Frank Hessler haben das Haus gekauft. Schon einige Jahre haben beide auch ihre Praxis hier - die Praxis für traditionelle Osteopathie und die Praxis für Schmerz- und Psychotherapie. Der Bedarf war und ist sehr groß. Deswegen wird weiter ausgebaut. Eine neue Physiotherapie-Praxis ist entstanden und eine weitere Ärztin für Schmerztherapie arbeitet seit kurzem hier. Erbgericht Christin Gebauer führt hier eine Pferdepension und Tierheilpraxis für Kleintiere und Pferde.https://www.erbgericht-buehlau.de/ Seit fast 20 Jahren hat die Familie den Hof erworben. 3 Generationen leben nun hier. Nach...
Spuren im Land der Lebenden – Claus Sørensen besucht Bühlau
22. Juni 2022
Zwei dänische Nachkommen der Oberlausitzer Familie Rätze haben Sachsen besucht. Hier erzählen sie von einer Reise, die sie beide in die Vergangenheit - bis ins Jahr 1575 - zurückversetzte und gleichzeitig herzerwärmende Begegnungen bot. Text und Foto:Claus Sørensen Ich wusste, dass meine Urgroßmutter aus Sachsen stammte. Aus der Oberlausitz.Ich wusste, dass sie 1873 in Uebigau bei Neschwitz geboren wurde, sich in der Neschwitzer Kirche taufen ließ, 1887 in Rammenau konfirmierte und 1893 in Rammenau heiratete.Ich wusste auch, dass sie 10 Kinder zur Welt brachte, bevor sie und ihre Familie 1903 nach Dänemark auswanderten. Zu diesem Zeitpunkt waren fünf der Kinder bereits gestorben. Unter den fünf Kindern, die nach Dänemark gingen, war meine Großmutter mütterlicherseits, die 1895 in Mickten geboren und in Kaditz getauft wurde. Aber weiteres wußte ich nicht, nichts mehr über die Zeit in Sachsen, nichts weiteres über die Abstammung meiner Urgroßmutter.Meine Urgroßmutter hieß Helene Auguste Berghausen, geborene Reck.Ich hatte 1855 die Konfirmationsurkunde ihrer Mutter von der Kirche in Uhyst am Taucher, die in diesem Jahr zum Schlüssel für eine Reise auf den Spuren der Familie wurde. Besuch von 14 Orten Es war gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit - und eine Reise in das Land der Lebenden. Ich habe die Reise mit der Cousine meiner Mutter, Kirsten Marie Berghausen, unternommen. Wir teilen das Interesse daran, so viel wie möglich über unsere Abstammung zu erfahren. Die Tour...
17.-19 Juni 2022 – 900 Jahrfeier Bühlau – das konkrete Programm
5. Juni 2022
Jetzt ist es bald soweit - endlich kann das Bühlauer Jubiläum gefeiert werden. Das Highlight ist wohl diesmal der Ortsrundgang am Samstag: 8:30 Uhr Aufstehen! - Der Bühlauer Wecker fährt durchs Dorf ab 9:45 Uhr Zu Fuß durchs Dorf - Großer Ortsrundgang (Für besondere Gäste steht ein Gefährt bereit.) 9:45 Uhr Treff Bushaltestelle Sägewerk 10:00 Uhr Sägewerk 10:45 Uhr Hof Hessler 11:30 Uhr Erbgericht 12:15 Uhr Hof Haufe ab 13 Uhr Beine ausruhen - Mittagspause am Festplatz (Dauert zu lange? - Besichtigung der offenen Schmiede, Mangel, Feuerwehr und des Museums möglich!) 15:00 Uhr Alte Molkerei/Fa. Druckreich 15:45 Uhr Hof Seifert 16:30 Uhr Hof Häntzschel Aber auch die anderen Tage können sich sehen lassen!
Unser Bühlauer Spar-,Kredit-und Bezugs-Verein
18. Mai 2022
Nach 1888 verbreitete sich der Gedanke einer Darlehenskasse für Landwirte aus dem Süden Deutschlands über ganz Deutschland. Der Genossenschaftsgedanke hatte sich im Dorf mit der Dampfmolkerei bereits durchgesetzt. Die eigene Milch nicht nur produzieren und verarbeiten, nein, auch die genossenschaftlichen Gewinne anlegen, verwalten und mehren. Das war der Anstoß zu einer eigenen Darlehenskasse. 1905 nahm die Kasse ihre Arbeit auf. Im November 1906 zählte sie bereits 41 Mitglieder. Private Einlagen und genossenschaftliche Einlagen, sowie Einlagen von Vereinen bildeten den Stamm des Kapitals. Einige Quittungen über diese Geldbewegungen sind in den unteren Schubladen der Bauern verwahrt worden. Als Kassierer zeichneten der Gutsbesitzer Alwin Paufler auf der Nr. 58. Der Vorstand der Kasse war Paul Winkler im Gut Nr. 40. Ab der zwanziger Jahre waren die Kassierer Arthur Rodig in der Nr. 13B und danach Karl Grützner auf Gut Nr. 43. In den 1920iger Jahren wurde der Verein durch einen brutalen Betrug um erhebliche Mittel betrogen. Dem Kassierer Alfred Arthur Rodig ließ sein Gewissen keinen Lebensraum mehr. Er fühlte sich den Vereinsmitgliedern rechenschaftspflichtig und sich selbst schuldig. Nach langen seelischen Qualen suchte er 1927 den Freitod in der Elbe. Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 vergab der Staat Kriegsanleihen mit einer hohen Verzinsung. Diese Anleihen wurden auch in unserer Darlehenskasse ausgereicht. Leider wurde das für alle Anleger zum Verlustgeschäft. Die hoch...
Safe the Date – der Flyer zum Fest
11. April 2022
17.-19. Juni 2022 900 Jahre Bühlau Freitag, 17. Juni 18 Uhr Eröffnung mit Fassbier 20 Uhr Noisy Neighbours Live & Party mit DJ Olaf Samstag, 18. Juni 10 Uhr Großer Ortsrundgang „Tag der offenen Höfe“ 15 Uhr Bastelstraße & Ponyreiten 20 Uhr Wurst vom Grill & Tanz Feuerwerk Sonntag, 19. Juni 10 Uhr Festgottesdienst & Darstellung „Historische Besiedlung Bühlau“ 13 Uhr Schauvorführung 80 Jahre Feuerwehr Bühlau 14 Uhr Familiennachmittag mit Kinopremiere des Bühlau Krimi „Die Limetten im Heu“
Geschichte zum Erleben im Dorf – 10.April 2022
10. April 2022
Es ist was los im Dorf ... heute werden die neuen Tafeln zur Geschichte festlich eingeweiht. An verschiedenen relevanten Punkten werden sie zukünftig stehen und verraten interessante Details über die Objekte. Auch alte Fotos sind integriert. Die ersten Tafeln sind an der Turnhalle aufgestellt. Für alle gibt es Sekt. Louis Kluge, Beate Kuban und der Bürgermeister Krause enthüllen dann die Tafeln. Aber kalt ists heute, manchmal gibt es sogar Schneeschauer. So gehts schnell wieder in die Turnhalle. Hier hat der Sportverein einen Brunch mit leckerem selbst gebackenen Kuchen, Kaffee, Kesselgulasch und natürlich Getränken organisiert. So trifft man sich, hält ein Schwätzchen und freut sich, dass wiedermal eine Veranstaltung dieser Art stattfinden kann.
900 Jahre Bühlau
28. März 2022
Schon seit langem stehen wir in den Startlöchern, die Vorbereitungen sind getroffen, das Festprogramm steht. Nun endlich kann es losgehen, Bühlau feiert sein großes Jubiläum, zumindest stehen die Zeichen dafür gut. Vom 17. bis zum 19. Juni 2022 wird das große Festwochenende mit verschiedenen Veranstaltungen stattfinden. Einige Highlights möchten wir an dieser Stelle schon mal ankündigen. Freitag, 17. Juni Eröffnung des Festwochenendes in der Turnhalle Unterhaltsame Informationen zur 900jährigen Geschichte Musik und Tanz mit den „Noisy Neighbours“ und DJ Olaf Samstag, 18. Juni Ein Festumzug der besonderen Art: Auf den Spuren der Geschichte, hautnah erlebt. Wir ziehen gemeinsam durch Bühlau und besuchen ausgewählte Orte und Höfe. Ein besonderer Dank gilt allen, die uns ihre Höfe öffnen, einen Einblick in vergangene Zeiten vermitteln, und über spannende aktuelle Projekte berichten wollen. Auch für unsere Kleinen sind einige abenteuerliche Streifzüge durch Bühlau geplant. Das Heimatmuseum in der Schule lädt mit einer Sonderausstellung ein. Am Abend steigt dann eine große Party in der Turnhalle. Sonntag, 19. Juni Alle Bühlauer sind zum gemeinsamen Frühstück eingeladen. Ein Festgottesdienst wird dem 900jährigem Jubiläum gewidmet. Die Feuerwehr gibt Einblicke in ihre Arbeit und wird einige Brände löschen. Das Filmprojekt, von und mit Bühlauer Kindern, präsentiert seinen Kurzfilm. In Vorbereitung des 900-jährigen Jubiläums ist die tolle Idee eines Bilder-Pfades durch Bühlau...
Unsere Orgel
23. März 2022
Die Chorstimmen verhallten im Raum. In den Bänken hüstelte die Kirchgemeinde, Füße scharrten. Der Pfarrer schritt bedächtig zum Ausgang. Als die Gemeinde die Kirche verließ, hielt der Pfarrer die Vorstände zurück. Er wollte wiederholt über den Umbau der Kirche sprechen. Die neue Orgel stellte an die Gemeinde hohe Anforderungen und hohe Kosten. Durch einen neuen Plan des Architekten Herrn Kandler, ist am westlichen Giebel durchzubrechen und die Mauer um 1 ½ m abzutragen. Dadurch kann die Orgel um ein Register erweitert werden, was 300 Mark kostet. Auch wenn die Gemeinde die Kosten trägt, ist doch der Kirchenumbau dem Einspruch der Mutterkirche zu Lauterbach nicht zu entziehen. Seit 1903 wird projektiert und geplant. Die Ansprüche der Orgel und die Wirklichkeit der Bausubstanz widersprachen sich und schienen unlösbar. Doch dann, im Protokoll vom Januar 1906 wurden die letzten Bedingungen fixiert und von allen Verantwortlichen abgesegnet. Im April 1906 wurde die erste Rate von 1500 Mark an die Fa. Eule überwiesen. Weitere Raten waren nach Übergabe der Orgel zu zahlen. 500 Mark wurden auf zwei Jahre einbehalten, mit einer Verzinsung von 4%. Die Garantieleistungen streckten sich auf 10 Jahre. Jedes Jahr erfolgte eine Durchstimmung der Orgel durch Herrn Hermann Eule und wurde mit 12 Mark vergütet. Am 18. Juli 1906 fand die feierliche Übergabe und Einweihung statt. Leider ist die imposante Fülle, der vornehme Ton, die Zartheit der Intonation und die Frische der Solostimmen nicht...
Bühlaus erste Mühle
10. Januar 2022
Niedere Mühle, Vitzthumsche Mühle, Mühle an der Wesenitz, die Geschichte hat mehrere Bezeichnungen gefunden, um diese Mühle zu lokalisieren. Die Wesenitz war zu jeder Jahreszeit wasserreich. So ließ der Bischof hier eine Mühle errichten. Er setzte den Müller ein. Der Bischof verlieh ihm das Recht zu mahlen und wies ihm mahlpflichtige Bauern zu. 1494 hat der Bischof von Meißen dem Müller gestattet, einen Aalkorb zu gebrauchen. Das erste gesicherte Datum! Die älteste Karte kennzeichnet die Mühle: An Brosius Pauls unden am Dorf hat 3 Gang! Die Oedersche Karte um 1600 legt den Standort links der Wesenitz und rechts vom Bühlbach korrekt fest. Aus der Karte von 1806 ist ersichtlich, dass Wesenitz und Bühlbach in einer sumpfigen Aue fließen. Die Mühle liegt auf Bühlauer Flur. Der alte, jetzt zugeschüttete Arm bildete die Grenze zur Schmiedefelder Flur. Auch wenn die Mühle einmal durch die Besitzer des Großharthauer Schlosses, derer von Vitzthum zu Eckstädt, betrieben wurde, blieb sie eine verliehene Erbmühle. Das heißt, der Altbesitzer konnte sie nur mit Genehmigung der Dienstherren, also des Bischofs von Meißen und später durch des Kurfürsten, durch Verkauf an seine Kinder vererben. 1721 finden wir in ihr die Familie Geißler. Danach ging sie in an Christoff Wustmann, der 1766 bei einem Grundstückkauf in Bühlau erwähnt wird. Erst 1795 ist nachgewiesen, dass es einen Verkauf des Grundstückes mit Mühle an den Johann Gottfried Wustmann gab. Er war der erste Eigentümer der Mühle. Also...


























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