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Unser Bühlauer Spar-,Kredit-und Bezugs-Verein

von | 18. Mai 2022 | History Blog | 0 Kommentare

Nach 1888 verbreitete sich der Gedanke einer Darlehenskasse für Landwirte aus dem Süden Deutschlands über ganz Deutschland. Der Genossenschaftsgedanke hatte sich im Dorf mit der Dampfmolkerei bereits durchgesetzt. Die eigene Milch nicht nur produzieren und verarbeiten, nein, auch die genossenschaftlichen Gewinne anlegen, verwalten und mehren. Das war der Anstoß zu einer eigenen Darlehenskasse. 1905 nahm die Kasse ihre Arbeit auf. Im November 1906 zählte sie bereits 41 Mitglieder.

Private Einlagen und genossenschaftliche Einlagen, sowie Einlagen von Vereinen bildeten den Stamm des Kapitals. Einige Quittungen über diese Geldbewegungen sind in den unteren Schubladen der Bauern verwahrt worden.

Als Kassierer zeichneten der Gutsbesitzer Alwin Paufler auf der Nr. 58. Der Vorstand der Kasse war Paul Winkler im Gut Nr. 40. Ab der zwanziger Jahre waren die Kassierer Arthur Rodig in der Nr. 13B und danach Karl Grützner auf Gut Nr. 43.

In den 1920iger Jahren wurde der Verein durch einen brutalen Betrug um erhebliche Mittel betrogen. Dem Kassierer Alfred Arthur Rodig ließ sein Gewissen keinen Lebensraum mehr. Er fühlte sich den Vereinsmitgliedern rechenschaftspflichtig und sich selbst schuldig. Nach langen seelischen Qualen suchte er 1927 den Freitod in der Elbe.

Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 vergab der Staat Kriegsanleihen mit einer hohen Verzinsung. Diese Anleihen wurden auch in unserer Darlehenskasse ausgereicht. Leider wurde das für alle Anleger zum Verlustgeschäft. Die hoch angesetzten Verzinsungen waren verlockend. Die Zahlung der gekauften 5 % Anleihen, wie unten abgebildet, wurden zum 1.Juli 1923 fällig. Aber da entwertete alles die Inflation. Die Zinsscheine verfielen. Auszahlungen fanden nicht statt. Der Verein hat überlebt, zum Genossenschaftsball 1923 singt man: wieder:

„ Wieder ist ein Jahr vorbei, der Verein fuhr gut dabei, hat verdient ein schönes Geld…..“

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